Crimson Moon PS5 Review

Crimson Moon PS5 Review: Lohnt sich das gotische Action-RPG wirklich?

Ich spiele seit über fünf Jahren intensiver Action-RPGs und Soulslikes – von den Klassikern bis zu den neueren Hybriden. Als Adeel von DEGamex.online habe ich Crimson Moon direkt zum Launch auf der PS5 in die Hand genommen und mehrere Abende und Nächte in den Straßen von Gildenarch verbracht. Was ich gefunden habe, ist kein reiner Soulslike und auch kein klassisches Roguelite, sondern ein überraschend zugängliches, aber trotzdem forderndes Action-RPG mit starker Atmosphäre und einem Preis, der mich erstmal stutzig gemacht hat.

Crimson Moon ist am 1. September 2026 für 19,99 Euro (Standard) erschienen. Das ist in einer Zeit, in der viele Spiele bei 70 Euro starten, schon eine Ansage. Die Frage ist nur: Hält das Spiel, was der Preis und die Trailer versprechen?

Was ist Crimson Moon eigentlich?

Du schlüpfst in die Rolle eines Nephilim – einem hybriden Wesen aus Mensch und Engel. Deine Aufgabe: Die gefallene Stadt Gildenarch zurückerobern. Einst ein heiliges Juwel, ist sie jetzt von Dämonen, Untoten, Vampiren und dem sogenannten Hellgrowth überrannt. Du gehörst zum Orden des Crimson Moon und startest von deiner Basis aus, dem Sanctus Clypeus, immer wieder neue Missionen in die verschiedenen Bezirke der Stadt.

Das Setting ist stark gotisch geprägt, mit Anleihen an die Hochrenaissance. Kathedralen, enge Gassen, blutgetränkte Straßen und eine ständige dunkle Atmosphäre. Die Geschichte wird nicht über stundenlange Cutscenes erzählt, sondern über die Umgebung, NPC-Dialoge und die Missionen selbst. Das funktioniert gut, wenn man sich auf die Stimmung einlässt. Wer eine epische, dialoglastige Erzählung erwartet, wird hier eher enttäuscht. Wer aber Atmosphäre und den Kampf gegen die Dunkelheit sucht, fühlt sich sofort zu Hause.

Crimson Moon PS5 Review
Crimson Moon PS5 Review

Das Kampfsystem: Schnell, wuchtig und mit cleveren Ideen

Hier liegt die eigentliche Stärke des Spiels. Der Kampf fühlt sich an wie eine Mischung aus Soulslike-Mechaniken und klassischem Hack-and-Slash. Leichte und schwere Angriffe, Ausweichen, Parieren und Backstabs bilden die Basis. Das Parieren ist bewusst etwas großzügiger als in vielen reinen Soulslikes – was ich persönlich begrüße. Es belohnt Timing, ohne dass man sich ständig ungerecht behandelt fühlt.

Besonders cool ist die Angel Mode. Sobald der Meter voll ist, verwandelst du dich in eine mächtige engelhafte Form. Mehr Schaden, längere Reichweite und regenerierende Gesundheit. Das fühlt sich richtig stark an und gibt schwierigen Situationen oft den entscheidenden Schub. Die Transformation ist zeitlich begrenzt und nimmt Schaden, wenn man getroffen wird – man muss also trotzdem aufpassen.

Das Lives-System ist die größte Abweichung vom klassischen Soulslike-Ansatz. Stirbst du, verlierst du ein Leben und stehst direkt an der gleichen Stelle wieder auf – inklusive eines kleinen Knockback-Effekts, der dir kurz Luft verschafft. Erst wenn alle Leben aufgebraucht sind, endet der Run wirklich. Das verändert den Rhythmus enorm. Schwierige Bosskämpfe fühlen sich eher wie mehrmalige Versuche innerhalb eines Kampfes an, statt wie ständiges Zurücklaufen von einem Checkpoint. Für mich als erfahrenen Spieler war das anfangs ungewohnt, aber nach ein paar Stunden habe ich es schätzen gelernt. Es respektiert die eigene Zeit, ohne den Reiz der Herausforderung zu nehmen.

Die Missionen dauern in der Regel zwischen 15 und 45 Minuten. Das ist ideal, wenn man nicht immer stundenlang am Stück zocken kann. Man startet im Hub, wählt Mission und Schwierigkeit, rüstet sich aus und geht rein. Nach dem Run kehrt man zurück, upgradet dauerhafte Stats, interagiert mit NPCs und plant den nächsten Vorstoß. Loot gibt es reichlich – Waffen, Rüstungen, Amulette und temporäre Upgrades während des Runs. Die Builds entwickeln sich spürbar, und höhere Schwierigkeiten belohnen mit besserem Gear.

Kleine Schwächen im Kampf

Nicht alles ist perfekt. Die Kamera kann in engen Gassen oder bei großen Gegnern ziemlich nerven. Sie zickt manchmal herum und macht präzises Ausweichen schwieriger als nötig. Auch der Sprung fühlt sich etwas holprig an – Plattform-Passagen sind zum Glück selten und es gibt keinen Fallschaden. Manche Gegnertypen wiederholen sich spürbar, besonders in den späteren Bezirken. Hier hätte ich mir etwas mehr Vielfalt gewünscht.

Solo oder zu zweit: Der Koop-Modus

Crimson Moon lässt sich komplett solo spielen, funktioniert aber besonders gut im Online-Koop mit einem Freund. Die Lives werden geteilt, und man kann den Partner wiederbeleben, wenn man ihn erreicht. Die Schwierigkeit skaliert dynamisch mit, und die Gegnerzusammensetzung passt sich an. Das sorgt dafür, dass man sich nicht einfach gegenseitig durchzieht, sondern wirklich zusammenarbeiten muss.

Für mich war der Koop einer der Highlights. Mit einem guten Partner entstehen tolle Momente, besonders bei den Bossfights. PS Plus ist für den Online-Modus natürlich nötig. Crossplay mit PC und Xbox gibt es (zumindest laut den Infos zum Launch), was die Suche nach Mitspielern erleichtert.

Grafik und Technik auf der PS5

ProbablyMonsters hat Unreal Engine 5 genutzt und für ein AA-Spiel erstaunlich viel rausgeholt. Die gotischen Innenräume mit dem dynamischen Licht (Lumen) sehen oft richtig gut aus. Lichtstrahlen durch Buntglasfenster, der Kontrast zwischen heiligen und verdorbenen Bereichen – das macht was her. Auf der normalen PS5 läuft das Spiel stabil. Auf der PS5 Pro profitiert man von verbessertem PSSR, was das Bild nochmal schärfer macht.

Kleine Ruckler oder kurze Frame-Drops habe ich in besonders intensiven Szenen mit vielen Gegnern erlebt, aber nichts, was den Spaß nachhaltig kaputt macht. Day-One-Patches haben hier schon nachgebessert. Die Performance ist für den Preis und den Scope absolut in Ordnung.

Soundtrack und Atmosphäre

Hier wird es richtig stark. Der reguläre Soundtrack unterstreicht die gotische Stimmung gut. Bei den Bosskämpfen kommt dann richtiges Heavy Metal zum Einsatz – Tracks von HEALTH und anderen bekannten Musikern. Das passt überraschend gut zum brutalen Gameplay und pusht die Kämpfe zusätzlich. Wer auf Metal steht, wird hier viel Freude haben.

Preis-Leistung und Wiederspielwert

Für knapp 20 Euro bekommt man ein vollwertiges Action-RPG mit solide Länge und echtem Wiederspielwert. Die Runs sind kurz genug, um „noch einen“ zu starten, und die permanente Progression sorgt dafür, dass man sich ständig stärker fühlt. Die Deluxe Edition für 29,99 Euro bringt kosmetische Items und Zugang zu einem zukünftigen Expansion. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie sehr man Kosmetik mag und ob man das zukünftige Content-Update mitnehmen will. Die Standard-Version reicht völlig aus.

Der Wiederspielwert kommt vor allem durch die unterschiedlichen Builds, die höheren Schwierigkeiten und die wechselnden Mission-Modifier. Wer nur einmal durchspielen will, hat trotzdem genug Inhalt. Wer gerne optimiert und experimentiert, bleibt länger hängen.

Fazit: Für wen lohnt sich Crimson Moon auf der PS5?

Crimson Moon ist kein Meisterwerk, das das Genre neu erfindet. Es ist aber ein sehr gutes, fokussiertes Action-RPG, das die Stärken von Soulslike-Combat und Roguelite-Struktur clever verbindet und dabei die Zeit der Spieler respektiert. Das Lives-System, die kurzen Runs und der starke Preis machen es besonders interessant für Leute, die Soulslikes mögen, aber nicht immer stundenlang an einem Boss hängen wollen.

Die Kamera-Probleme und die teilweise repetitive Gegnergestaltung sind echte Kritikpunkte. Trotzdem habe ich die meiste Zeit viel Spaß gehabt – besonders im Koop und bei den Metal-Bossfights.

Meine Bewertung nach vielen Stunden auf der PS5: 8/10

Wenn du auf gotische Atmosphäre, wuchtige Nahkämpfe und einen fairen Einstiegspreis stehst, solltest du Crimson Moon auf jeden Fall ausprobieren. Es ist eines der smarteren Angebote in diesem Herbst.

Schau dich gerne auf DEGamex.online um – dort findest du weitere Guides und Reviews zu aktuellen Spielen. Und wenn du selbst schon in Gildenarch unterwegs warst: Schreib gerne in die Kommentare, wie dein erster Run gelaufen ist.

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