The Blood of Dawnwalker Test (PS5)

The Blood of Dawnwalker Test (PS5) : Mein ehrlicher Review nach vielen Stunden

Ich spiele seit über fünf Jahren intensiver Action-RPGs und Dark-Fantasy-Titel. Als Adeel von DEGamex.online habe ich die Review-Version von The Blood of Dawnwalker auf der PS5 ausführlich getestet – und ich kann sagen: Das Spiel hat mich überrascht, begeistert und an manchen Stellen auch genervt. Hier kommt mein ausführlicher Test mit Fokus auf die PlayStation-5-Version.

Was ist The Blood of Dawnwalker eigentlich?

The Blood of Dawnwalker ist ein Open-World-Action-Rollenspiel von Rebel Wolves, einem Studio, das von ehemaligen CD-Projekt-Red-Entwicklern gegründet wurde – darunter Konrad Tomaszkiewicz, der als Game Director an The Witcher 3 mitgewirkt hat. Publisher ist Bandai Namco. Das Spiel erscheint am 3. September 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC.

Du schlüpfst in die Rolle von Coen, einem einfachen Bauern aus dem Tal Vale Sangora in den Karpaten des 14. Jahrhunderts. Die Region wird von Vampiren, den sogenannten Vrakhiri, beherrscht. Nach einem dramatischen Prolog wird Coen zu einem Dawnwalker – tagsüber Mensch, nachts Vampir. Er hat genau 30 Tage und Nächte Zeit, um seine Familie aus den Klauen des Vampirfürsten Brencis zu retten.

Das klingt nach klassischem Dark-Fantasy-Setup, und in vielerlei Hinsicht ist es das auch. Aber die Art, wie Zeit, Tag-Nacht-Zyklus und Entscheidungen miteinander verwoben sind, macht das Ganze zu etwas Eigenständigem.

Die Geschichte und das Narrative-Sandbox-Prinzip

Die Erzählung ist einer der größten Stärken des Spiels. Sie ist düster, moralisch grau und oft richtig schwer. Es gibt kaum Happy Ends, und das passt hervorragend zur Atmosphäre. Coens Familie steht im Mittelpunkt, aber man erfährt über sie erst nach und nach mehr – und das funktioniert besser, als ich anfangs dachte.

Das sogenannte Narrative Sandbox bedeutet: Du entscheidest weitgehend selbst, wie du die 30 Tage nutzt. Zeit vergeht nicht einfach so, sondern wird durch deine Aktionen vorangetrieben. Eine längere Quest, das Ausgraben eines Schatzes oder ein Gespräch mit einer wichtigen Figur kostet konkrete Zeitabschnitte. Das erzeugt echten Druck. Du kannst nicht alles machen. Und das ist Absicht.

Ich habe in meinem ersten Durchlauf viele Nebenquests und Gespräche priorisiert und stand am Ende mit knapper Zeit da. Beim zweiten Anlauf bin ich gezielter vorgegangen und habe früher Allianzen geschmiedet. Beide Wege fühlten sich sinnvoll an – und beide hatten Konsequenzen.

Die Nebenfiguren sind oft besser geschrieben als in manchen größeren RPGs der letzten Jahre. Manche Quests haben mich emotional wirklich mitgenommen, andere waren eher funktional. Die Dialoge klingen größtenteils natürlich und vermeiden das typische „Helden-Pathos“.

Gameplay: Tag und Nacht – zwei Welten in einem Charakter

Das Dual-System ist das Herzstück von The Blood of Dawnwalker.

Tagsüber bist du menschlich. Du hast Zugang zu Hexerei und Ritualmagie, die dir Anca, deine Mentorin, beibringt. Du kannst dich unter Menschen bewegen, Gespräche führen und Informationen sammeln, ohne sofort als Bedrohung erkannt zu werden. Die Magie ist eher ritualistisch und taktisch als spektakulär.

Nachts wirst du zum Vampir. Du bist schneller, stärker, agiler und erhältst mächtige Fähigkeiten. Gleichzeitig kämpfst du mit dem Blutdurst. Ignorierst du ihn zu lange, wird es unangenehm – sowohl spielerisch als auch narrativ. Gespräche mit Menschen sind riskanter, weil sie dich eher als Bedrohung wahrnehmen.

Dieses Wechselspiel fühlt sich nach ein paar Stunden richtig gut an. Man plant den Tag bewusst und denkt nach, ob man eine Quest besser bei Tageslicht oder bei Mondschein angeht. Manche Orte und Begegnungen verändern sich je nach Tageszeit spürbar.

Der Kampf

Der Kampf ist in der Third-Person-Perspektive gehalten und kombiniert Schwertkampf mit den jeweiligen Tag- bzw. Nachtfähigkeiten. Es gibt drei Skill-Bäume (Schwertkampf, Hexerei und Vampirkräfte), die man unterschiedlich gewichten kann.

In den ersten Stunden hat mich das Kampfsystem positiv überrascht – es hat Gewicht und verlangt Aufmerksamkeit. Nach 30–40 Stunden merkt man allerdings, dass die Basis-Mechaniken sich wiederholen. Manche Gegnergruppen fühlen sich ähnlich an, und die Kamera kann in engen Räumen oder bei mehreren Gegnern etwas unruhig werden. Auf der PS5 fühlte sich das vor allem in größeren Kämpfen in der Stadt manchmal unsauber an.

Trotzdem bleibt der Kampf nie komplett belanglos. Die Kombination aus Waffen, Magie und Vampirfähigkeiten bietet genug Varianten, um den eigenen Stil zu finden.

Die offene Welt von Vale Sangora

Das Tal ist handgefertigt und wirkt in vielen Bereichen atmosphärisch dicht. Wälder, Sümpfe, steile Berghänge und mittelalterliche Siedlungen erzeugen eine stimmige, oft bedrückende Stimmung. Die Inspiration aus osteuropäischer Folklore und Geschichte ist spürbar und gelingt besser als in manchen anderen „Fantasy-Mittelalter“-Spielen.

Allerdings ist die Welt nicht überall gleich stark. Manche Regionen wirken etwas leer, und die klassischen „Markierungen auf der Karte“-Strukturen erinnern stellenweise an Ubisoft-Titel. Die besten Momente entstehen, wenn man einfach abseits der Hauptwege erkundet und auf kleinere Geschichten stößt.

Die Spieldauer liegt je nach Spielweise bei etwa 50 bis 70 Stunden. Ein konzentrierter Hauptstory-Durchlauf geht schneller, aber wer die Nebeninhalte und den Tag-Nacht-Zyklus richtig ausnutzt, kommt leicht auf die höheren Werte.

Grafik, Performance und Technik auf der PS5

Auf der PS5 sieht The Blood of Dawnwalker in vielen Momenten sehr gut aus. Unreal Engine 5 liefert dichte Atmosphäre, starke Beleuchtung und detailreiche Umgebungen. Besonders die Nacht-Szenen und die gotischen Ruinen wirken eindrucksvoll.

Zur Performance: Zum Testzeitpunkt gab es einen Quality-Modus (30 fps) und einen Balanced-Modus (bis 40 fps bei 120-Hz-Fernseher). Auf der Basis-PS5 kam es in der größeren Stadt und bei intensiven Kämpfen zu spürbaren Framedrops. Auf der PS5 Pro hielt sich das deutlich besser. Ein Performance-Modus mit Zielrichtung 60 fps wurde für den Day-One-Patch angekündigt – das dürfte die Erfahrung noch einmal deutlich verbessern.

Das DualSense-Feedback ist vorhanden (Vibration), aber die adaptiven Trigger werden nicht so konsequent genutzt, wie man es von manchen anderen PS5-Titeln kennt. Das ist schade, aber kein Dealbreaker.

Ladezeiten sind akzeptabel, und das Spiel läuft grundsätzlich stabil. Kleinere Bugs und unsaubere Animationen kamen vor, hielten sich aber im Rahmen dessen, was man bei einem ambitionierten Debüt erwarten kann.

Stärken und Schwächen im Überblick

Was richtig gut funktioniert:

  • Starke, düstere Geschichte mit echten Konsequenzen
  • Interessantes Tag-Nacht-System und Zeitdruck
  • Gute Charakterzeichnung und Dialoge
  • Atmosphäre und Setting
  • Freiheit in der Herangehensweise an die 30 Tage

Was schwächer ist:

  • Kampfsystem wird auf Dauer etwas repetitiv
  • Offene Welt wirkt stellenweise leer
  • Technische Unsauberkeiten und Performance-Schwankungen auf der Basis-PS5
  • Manche Systeme fühlen sich noch nicht ganz ausgereift an

Für wen ist The Blood of Dawnwalker geeignet?

Wenn du Story-lastige Action-RPGs magst, moralisch graue Entscheidungen schätzt und mit einem gewissen Maß an „Jank“ leben kannst, wirst du hier viel Freude haben. Besonders Spieler, die The Witcher 3 geliebt haben, aber etwas Neues und Eigenständiges suchen, sollten zuschlagen.

Wer dagegen absolut flüssigen, polierten Kampf und eine immer pralle, belebte Open World erwartet, könnte enttäuscht werden. Das Spiel belohnt eher Geduld, Planung und Interesse an Charakteren und Atmosphäre.

Mein Fazit nach dem Test

The Blood of Dawnwalker ist kein perfektes Spiel – und das muss es auch nicht sein. Es ist ein ambitioniertes Debüt mit einer starken Identität, einer packenden Geschichte und einem cleveren Kerngedanken (Zeit als Ressource + Tag/Nacht). Die Schwächen in Kampf und Technik sind spürbar, werden aber durch die Stärken in Erzählung und Atmosphäre mehr als wettgemacht.

Auf der PS5 ist es aktuell noch kein technisches Highlight, aber mit dem angekündigten Performance-Patch dürfte sich das verbessern. Für mich persönlich gehört es zu den interessantesten RPGs des Jahres 2026 – gerade weil es nicht versucht, alles gleichzeitig zu sein.

Wenn du auf der Suche nach einem düsteren, erwachsenen Action-RPG mit eigenem Charakter bist, kann ich The Blood of Dawnwalker klar empfehlen. Ich werde definitiv noch weitere Durchläufe starten und andere Builds ausprobieren.

Falls du nach weiteren Guides, Tipps zu den Skill-Bäumen oder Vergleichen mit ähnlichen Titeln suchst – schau dich gerne auf DEGamex.online um. Viel Spaß im Tal von Vale Sangora und pass auf dich auf, wenn die Sonne untergeht.

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